Kinder- und Jugendhaus BOLLE
Der Straßenkinder e.V. kümmert sich seit über 16 Jahren um Kinder und Jugendliche aus der ganzen Bundesrepublik, die in Berlin auf der Straße leben und helfen ihnen bei der Reintegration in die Gesellschaft. Aus dem Wunsch heraus, auch präventiv für Kinder und Jugendliche tätig zu sein und aktiv gegen Kinder- und Bildungsarmut vorzugehen, eröffnete der Verein im Frühling 2010 das „Kinder- und Jugendhaus BOLLE“. Ein Haus, in welchem das Team von Straßenkinder e.V. mit zahlreichen Freizeit- und Bildungsangeboten die Chancengleichheit und Zukunftsperspektiven von sozial schwachen und bildungsfernen Kindern verbessert.
Nicht lange nach der Eröffnung und des Aufbaus der Arbeitsbereiche im Haus BOLLE wurde deutlich, dass der Platz für die Förderung der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 5-19 Jahren längst nicht ausreicht.
Mit dem Projekt „660m² Zukunft für Kinder“ sollte ein Anbau neben dem Bestandsgebäude des Kinder- und Jugendhauses entstehen und damit mehr Platz für die Förderung von vielen Kindern und Jugendlichen und deren Familien. Inzwischen wurde das Projekt in die Tat umgesetzt und mit Unterstützung der Udo Gründinger Stiftung wird der Bau des Projektes in Berlin-¬Marzahn nun realisiert.

Bautagebuch
Am 18. Dezember 2014 rollte, nach erfolgreicher Planungs- und Bauantragsphase, dann endlich der erste Bagger auf das Grundstück in der Hohensaatener Straße in Marzahn. Der Auftrag: Schürfungen um die Lage der Fernwärme und den Grundwasserspiegel festzustellen. Bevor der Erweiterungsbau dann gegründet werden konnte, waren Bohrungen notwendig, um ein Baugrundgutachten zu erstellen. Dies geschah im Frühjahr 2015. Im Baufeld lag neben der Fernwärmeleitung auch die Trinkwasserversorgung für das Bestandsgebäude und das Nachbargebäude. Deshalb wurde am 09. März 2015 die Trinkwasserversorgung verlegt. Im Zeitraum vom 1. April bis zum 28. April 2015 wurde als letztes Medium die Fernwärme aus dem Baufeld entfernt.
Die Absicherung der Baustelle ab Mitte April 2015 war ein sehr wichtiger Arbeitsschritt, damit die Kinder und Jugendlichen, die täglich das Haus BOLLE besuchen, auch während der Bauphase sicher spielen und lernen können. So wurde und wird das Team und die BOLLE-Kinder regelmäßig auf die Gefahren der Baustelle hingewiesen. Die Zufahrtsstraße an die unser Grundstück grenzt, wird von den Kindern und Jugendlichen oft zum Inliner- und Skateboard fahren genutzt. Das war nun während der Bauzeit nicht mehr wie gewohnt möglich. Am 28. April 2015 stauten sich dann auch die LKW´s in der Hohensaatener Straße. Neben Containern wurden unter den interessierten Augen der Kinder auch die Stahlarmierung für die Gründung des Gebäudes und Bohrpfähle angeliefert. Für große Aufregung bei den Kids sorgte auch der Kran, der Ende April schwere Bauteile auf das Baufeld transportierte.
In den folgenden Wochen wurden massive Stahlbetonsäulen gegossen, die das Gebäude gründeten und im folgenden wurde der sogenannte „Berliner Verbau mit Umgürtung“ eingebracht, der das Erdreich um die Baugrube herum abstützen sollte. Ab 11. Mai 2015 wurde dann mit schwerem Geräten die Baugrube ausgehoben.
Wichtige Bauabschnitten waren neben der Einsetzung der Träger, den Stahlverstrebungen dann das Gießen der Gründungsplatte, welches im Juni geschah. Nach der Stellung der Kellerwände wurde dann die Kellerdecke gestellt, so das nach der Sommerfreizeiten mit den Kids und Jugendlichen ein Stockwerk nach dem anderen auf dem Grundstück entstand. Anfang September wurde dann das Dach betoniert, so das am 25.09.2015 mit die Kids und Jugendlichen ein kleines Richtfest feiern durften. An einem sonnigen Septembertag zog es aus diesem Anlass zahlreiche Kinder und deren Familien auf das Grundstück, um die Fortschritte des Anbaus zu sehen und diesen wichtigen Bauabschnitt zu feiern. Eckhard Baumann begrüßte alle kleinen und großen Gäste mit einer kleinen Rede.
Ende Herbst wurden dann die Wärmedämmung installiert und die Rohinstallation des Elektrogewerkes abgeschlossen und mit dem Innenputz begonnen. Nun wurde vor Weihnachten der Estrichboden in den verschiedenen Räumen gegossen und auch die Außenarbeiten nehmen immer mehr Form an.

Ausblick
In diesem Jahr wird Weihnachten noch im alten Gebäude des Kinder- und Jugendhauses feiern und die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Aber alle freuen sich schon darauf, im kommenden Jahr dann den großen Toberaum im neuen Haus dafür nutzen zu können. Das Projekt „„660m² Zukunft für Kinder“ ist für die Kinder und Jugendlichen von BOLLE ein wichtige Zukunftsperspektive. Denn die Räumungsplanung sieht nicht nur mehr Räume für die einzelnen Altersgruppen vor, sondern auch zahlreiche Kreativ- und Bildungsräume, in denen die Kinder konzentriert lernen können. Und neben vielen anderen Räumen auch das dringend benötigtes Elternberatungszimmer.
Die Planungen sehen vor, im Frühling 2016 den Anbau zu beziehen. Ohne die Unterstützung der Udo Grüninger Stiftung wäre dieses Vorhaben nicht möglich gewesen, dafür möchten alle Kinder und Jugendlichen herzlich DANKE sagen.